Die Liebe Gottes

“Die Liebe Gottes”
G.K. Holderer 2005

1. Liebe – allgemein betrachtet
Wenn wir das Wort „Liebe“ betrachten, dann wird es auf uns zweifellos auf ganz verschiedene Art einwirken.und wir werden es auch unterschiedlich versuchen zu erkären. Jemand hat beispielsweise eine Ehefrau, die er liebt. Dieses Gefühl kommt aus seinem Herzen und lässt ihn frohgemut auf sie eingehen und das auch, falls sie etwas tut, was er selbst ganz anders sieht. Trotzdem würde er auch ernst reagieren, wenn er das für nötig erachten würde. Bei einer fremden Person wäre er wahrscheinlich gleichgültiger, da diese nicht die gleiche Liebe von ihm empfängt. Die Liebe für seine Ehefrau kommt von Herzen, wobei sein Verstand vom Herzen geleitet wird.
Das Wort Liebe wird in der heutigen Zeit auch für gewöhnlichen Sex benutzt. Da braucht man nicht allzu lange nachdenken um zu begreifen, dass Sex häufig gar nichts mit Liebe zu tun hat. Entweder ist er einfach das Geschäft mit dem Körper oder er wird durch die Eigenschaft Eigenliebe angetrieben um einen anderen Menschen zu besitzen oder zu beherrschen. Da ist dan auch kein Fünkchen Liebe zu entdecken.



Muss man sich dann wundern, dass viele Ehen schon nach kurzer Zeit in die Brüche gehen, da nur der Sex Ausgangspunkt war? Sich daraus anschließende Probleme, wie zu großen Alkoholkonsum beim Mann oder Arbeitssuche ausser Haus bei der Frau, sind die sichtbaren Folgen. Sie werden aufgesucht um vor der Verantwortung zu fliehen. Eine echte Liebe zwischen Partners wird stets kleiner. Wie soll man dann eine Krise meistern um ein Auseinander-brechen zu vermeiden?
Es gibt auch genügend Menschen, die gar keine Kinder haben wollen. Erkennt man da nicht eine große Portion Egoismus? Stattdessen bevorzugen sie Haustiere. Diese erfahren dann ihre Zuneigung. Aber – ein Tier ist man schnell los, ein Kind hat man ein Leben lang am Hals. Also auch da siegt die Eigenliebe.
Liebe wird erst dann richtig benützt, wenn man sie nicht für sich selbst zurückbehält, sondern an andere austeilt. Nur — zur Zeit siegt das Gegenteil. Überall spricht man über Terrorismus und Rache. Jeder kämpft für sich selbst und kaum noch für einen Mitmenschen. Selbst im Sport stellen die Reporter Fragen, wie: „Und wann wirst du dich für deine Niederlage rächen?“  Es ist nicht so, dass man freiwillig verlieren sollte, aber es ist doch ein großer Unterschied entweder zu akzeptieren, dass man der Schwächere ist, oder durch seinen Ärger getrieben dem Gegner etwas anzutun.
Es ist wohl wahr, dass Liebe alles an sich ziehen will. Nur gibt es den Unterschied: die egoistische Liebe hält alles für sich fest, während die wahre Liebe mit großer Freude an andere austeilt. Als Vorbild kan man Gott selbst und Luzifer betrachten. Während Luzifer mit den erhaltenen Eigenschaften nicht zufrieden war und selbst noch die totale Macht von Gott übernehmen wollte, schenkt Gott seinen Geschöpfen  – an uns Menschen – seine gesamte Aufmerksamkeit, ja er nimmt uns sogar als seine Kinder an. Er ist trotz seiner Allmacht nicht hochmütig, im Gegenteil er stellt sich auf unser Niveau und ist ein vortrefflicher Vater.
Darum ist es für mich unbegreiflich, dass die meisten Pfarrer und Priester sich heftig wehren gegen den Gebrauch des Wortes Vater. Niemand anders als Jesus erklärt uns, dass wir zu Gott Vater sagen sollen so wie im Vaterunser-Gebet, da wir uns nur dem Vater in Gott nähern können. Stattdessen wird Ewiger, Guter Gott oder auch Lieber Heiliger Geist benutzt. Ist es denn so schwierig einzusehen, dass ein naher Gott als Vater einen viel engeren Kontakt mit dem Menschen – seinen Kindern – haben wird und ist es nicht so, dass ein Vater mit seinen Kindern liebevoller umgeht als ein Schöpfer mit Geschöpfen?
Die Verbindung zwischen Gott und den Menschen ist auf reiner Liebe aufgebaut. Und Gottes Liebe bedeutet noch viel mehr, denn sie gibt nicht nur das Leben sondern sie ist das Leben selbst. Nimmt man Gott nicht als seinen Vater an, dann wirft man sein Leben weg. Natürlich, nicht das materielle Leben, aber sehr wohl das ewige Leben des Geistes.

2. Was sagt uns das Vater-Unser-Gebet?
Nur den ersten Teil wollen wir für unser Thema untersuchen und versuchen zu verstehen:
Unser Vater im Himmel
Dein Name werde geheiligt
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Hier werden uns von Gott vier verschiedene Begriffe aufgezeigt. Zuerst Gott als den Vater, dann als den Heiligen, danach als den Herrn oder König und zuletzt auch als den Schöpfer.
Da sind schon große Unterschiede in dieser Betrachtungsweise, größere als man zunächst denkt. Bevor Gott mit seiner Schöpfung begann, kann man sagen, dass in Gott Frieden und Ruhe herrschte. Die Liebe ist – mit anderen Worten – nichts anderes als der Vater und sie begann Ideeen zu entwickeln, die später selbstständig werden sollten. Um das zu verwiklichen, war die Zustimmung der Heiligkeit nötig und die Hilfe der schöpferichen Kraft. Aber Ausgangspunkt ist und bleibt die Liebe. Um es nochmals zu bestätigen: die Liebe ist der Vater. Die Ideeen waren – Geschöpfe aus sich zu stellen, die gleich ihm selbst waren und die in freier Selbstständigkeit geistig heranwachsen sollten. Um aus den Geschöpfen Kinder zu gestalten, mussten diese sich in absoluter Freiheit entwickeln können. Das trug die Schwierigkeit in sich, dass die erschaffenen Menschen – man kann sie jetzt auch noch als Engel bezeichen – abtrünnig werden konnten. Im weiteren Verlauf ist dies dann auch durch Satana-Luzifer so geschehen.
Nun reagierte die Heiligkeit in Gott, da sie sich durch das Abtrünnigwerden entehrt fühlte. Das Leben wurde ja durch die Gottheit gegeben und durch das Sich-Abwenden der Geschöpfe wurde das Leben allgemein infrage gestellt. Daher wies sie die Liebe in sich an dafür zu sorgen, dass das in Freiheit gestellte Leben zurück kommen musste oder aber es sollte vernichtet werden.
Der Vater als die Liebe wusste, dass er einst selbst eingreifen musste, wollte er den Rückweg der Gefallenen herstellen. Das geschah dann auch durch seine große Liebe und Barmherzigkeit zum geschaffenen Leben, aber auch um die Heiligkeit zu versöhnen. Er inkarnierte in das Fleisch des Menschen Jesus. Dies musste so geschehen, weil Gott Geist und nicht Fleisch ist – so wie es beim Evangelisten Johannes steht. Man kann es auch so ausdrücken, dass der Geist in Jesus der himmlische Vater ist, das ist die Liebe in Gott, der mit seiner Heiligkeit und Allmacht fest verbunden ist, ja eine Einheit bildet. Daher konnte Jesus auch zu seinen Jüngern sagen: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ und auch: „Ich und der Vater sind eins!“

3. Gott als Vater
Bleiben wir noch bei der Frage, wer und wo Gott überhaupt ist. Dazu lesen wir im GEJ, Band 6 von Jakob Lorber: „Wo ist denn Gott und wie sieht er aus?“ Die zugehörige Antwort finden wir auch dort: „Niemand kann das eigentliche Wesen von Gott sehen und am Leben bleiben, denn Er ist unendlich und überall anwesend. Er ist rein Geist mit einem mächtigen Willen. In sich ist Gott tatsächlich ein Mensch so wie du und ich, jedoch in der vollkommensten Form und Er wohnt im unzugänglichen Licht, das die Gnadensonne genannt wird. Diese Gnadensonne strahlt seine Liebe und Weisheit aus.“
Mit der Frage: „Wie sieht Gott aus?“ kommen wir wie von selbst auf die christlichen Kirchen, die behaupten, dass Gott ein drei-einiger Gott sei. In der „Geistigen Sonne“, Band 1, hören wir dazu ein Gesspräch im sogenannten römisch-katholischen Himmel. „Wie habt ihr jemals denken können, dass drei Götter schließlich ein einziger Gott sein sollen? Dass ein jeder dieser drei Götter etwas anderes verrichte und dennoch sollen die Drei vollkommen eine Wesenheit und Natur sein? Ich weiss gar wohl, dass ihr betrogen und in eine große Irre geführt wurdet. Darum ist auch jetzt der euch erlösende Augenblick gekommen, in welchem ihr den wahren Gott und den wahren Himmel kennen lernen sollt. Wendet euch nun auch an den alleinigen Herrn Jesus Christus, denn Er ist der alleinige Gott und Herr Himmels und der Erde. Die wahre Dreieinigkeit ist die Liebe, die Weisheit und die daraus hervorgehende ewige Tatkraft im alleinigen Herrn Jesus!“
Ich will hier noch hinzufügen, dass es gar nicht möglich ist, dass man drei Personen gleich stark liebt. Man wird immer einen Favoriten haben. Das erste Gebot sagt dann auch: „Habe Gott über alles lieb!“ Und teilt man Ihn in drei Teile – wie es die Kirchen behaupten – steht man doch vor einem Rätsel, wie nun die Liebe ausgeführt werden soll? Denken wir daran, dass dies eine Lehre der Kirchen und nicht der Bibel ist!
Wir begreifen auf einmal, dass wir Menschen uns Gott in dessen Eigenschaft als Vater am besten nähern können. Aber gerade da gibt es Menschen, die sich fragen, ob Gott mehr Vater oder vielleicht mehr Mutter ist. Denjenigen ist anzuraten Band 3 der Haushaltung Gottes, Kapitel 26 und 27 zu lesen  Das männliche Prinzip ist bei Gott stärker, obschon das weibliche Prinzip auch vorhanden ist. Das kann auch gar nicht anders sein, da Er sowohl männliche als auch weibliche Wesen schuf. Das erste Geschöpf war weiblch – es ist Satana – aber sie wurde keinesfalls erschaffen um Gott die Möglichkeit zu geben, seine Kinder ins Leben zu rufen. Als Mann ist Gott die Liebe, das freie Leben und die Tatkraft. Sein weiblicher Teil ist das Licht, das aus der Weisheit ausströmt und durch die Liebe gestärkt wird. So wie die Weisheit an die Liebe gebunden ist, so darf man auch sagen, dass die Weisheit die untrennbare Frau der Liebe ist.
Überträgt man diese Erkenntnis auf den Mensch, dann wird auch die Schöpfungs-geschichte deutlicher, nämlich dass die Frau aus der Rippe des Mannes erschaffen ist. Die Rippe liegt in der Herzgegend, was ja der Sitz der Liebe beim Mann ist. Die Frau kommt also aus der Liebe des Mannes. So gesehen sind Mann und Frau auf ewig miteinander verbunden. Das gänzlich vom Mann unabhängig sein wollen, kommt aus der Eitelkeit der Frau zum Vorschein. Jedoch kann die Strahlung nicht unabhängig von der Lichtquelle sein. Aber darum ist doch eine Frau nicht weniger als der Mann. Vergleiche dies mit der Sonne: ihre Strahlung macht das Leben auf der Erde erst möglich, während die Sonne selbst alles verbrennen würde.

4.  Heiligkeit und Ordnung
Wir hatten gerade die Heiligkeit in Gott angesprochen. Sie ist die konzentrierte, schenkende und sich vollkommen selbstverleugnende Liebe, die nur in Gott bestehen kann. Diese Liebe formt die Heiligkeit Gottes. Die Heiligkeit kann durch die Geschöpfe, wenn diese entgegen der Liebe wirken und sie übertreten, verletzt werden. Es ist schon schlimm, dass der Mensch auch alles daran setzt, die Heiligkeit zu kränken. Aber inzwischen ist die Heiligkeit wieder versöhnt und dies geschah durch Seine Liebe, die in Jesus Mensch wurde und die die Versöhnung zustande gebracht hat.
Eine der wichtigsten Eigenschaften Gottes ist die Ordnung, die uns gegeben wurde um die Liebe Gottes zu uns zu erkennen. Der Jünger Johammes erklärte einst seinen Mitjüngern, dass die Ordnung und ihre Zielsetzung niemals gestört werden dürfe und dass deren Einhaltung eine der heiligsten Pflichten des Menschen sei. Der Mensch zerstört z.B. die Natur, was einst die Sintflut hervorrief und was in naher Zukunft eine erneute Sintflut dies Mal des Feuers ausbrechen lassen wird. Aber der Mensch missbraucht auch seinen Körper durch Sucht nach Genuss und Unzucht, was häufig genug zu einem schlecht funktionier-enden Körper führt. Der Körper ist doch der Platz, in welchem die Seele ist und sich entwickeln soll. Wie soll das noch gehen?
Die Ordnung, in der wir leben, kann z.B. in unserer Aussenwelt wahgenommen werden. De Ordnung ist de wichtigste Grundlage beim das Streben nach unserer geistigen Wiedergeburt. Noch stärker erkennen wir die Wichtigkeit der Ordnung, wenn wir uns in uns selbt vertiefen. Die aufsteigende innere Einsicht wird jeden anspornen alles auf zu geben, was gegen die Ordnung ist, um dem großen Ziel der Wiedergeburt näher zu kommen. Die Seele wird danach streben gut und gerecht zu leben. Auch unsere Schutzengel sorgen dafür, dass wir innerhalb der ewigen Ordnung bleiben, jedoch müssen sie in großer Geduld und Ruhe abwarten, falls wir trotzdem verkehrt handeln. Die erste Bedingung ist, dass der Mensch selbstständig lernt einen Entschluss zu fassen und das ohne Einfluss eines geistigen Wesens. Die richtigen Entschlüsse lernen wir aus der göttlichen Ordnung, auf die wir überall treffen. Will ein Mensch keinesfalls entsprechend der Lebensordnung handeln, dann werden seine eigenen Taten auch sein Richter sein. Das braucht Gott nicht zu tun, denn seine Ordnung gibt deutlich die Grenzen von gut und böse an.
Die Ordnung ist für den Menschen gegeben, aber auch um den Fortschritt des gesamten Universums zu stützen. Aber auch das ist darauf ausgerichtet, dass die geschaffenen Wesen einmal in einer seligen Gemeinschaft mit dem Gottgeist zusammen arbeiten.
Die Ordnung finden wir auch in der Tatsache, dass das Zentrum der Gottheit in einem unzugänglichen Licht der Gnadensonne sich befindet. Gegenüber Moses war gesagt worden, dass kein geschaffenes Wesen Zugang hat, da man durch die intensive Liebesenergie unmittelbar verbrennen würde. Aber ist es nicht eine viel höhere Liebe und Gnade, wenn wir unseren Schöpfer als einem sichtbaren Vater persönlich gegenüber stehen können als durch eine Annäherung an die Gnadensonne zu sterben?

5.  Die Liebesströmung zum Menschen
Ein Treffen mit dem himmlichen Vater muss aber vorbereitet sein. Jedoch kann man eine Vorbereitung nur starten, wenn man Kenntnisse hat, an sein Vorhaben glaubt und wenn man bereit ist die dafür notwendigen Veränderungen anzunehmen. Mit anderen Wotern gesagt: man beginnt sein Vorhaben lieb zu gewinnen. Bevor dann ein Mensch so weit ist, arbeiten Gott und seine Engel sehr eifrig, um dem Menschen Informationen sowohl über das wahre geistige als auch über das zeitliche Leben zu reichen. Sobald der Mensch begreift, dass das Erdenleben lediglich eine Übergangsform darstellt, die nötig ist um die zu Beginn der Schöpfung untreu Gewordenen – und das sind wir Menschen – wieder ins geistige Reich oder Himmel zurück zu führen, dann wird er mit dieser gewonnenen Einsicht glauben, dass dies durch Gott gesteuert wird und an Ihn festhalten. Je mehr sich der Mensch mit Gott befasst, desto mehr wird er sich gegenüber der ewigen Wahrheit öffnen.
Ohne die Freiheit des Menschen einzuschränken, geben uns die Schutzengel in unsere Seelen geistige Erkenntnisse, die durch uns angenommen oder aber auch abgewiesen werden können. Trotzdem ist auf diese Weise ein Kontakt zustande gekommen, den es vorher noch nicht gab.
Während Gott seine Kinder ausserordntlich liebt und alles daran setzt, dass sie diese Liebe fühlen, sind die Menschen in ihrem materiellen Körper doch sehr eingeschränkt,.die hohe geistige Energie aufzunehmen. Der Mensch kann schrittweise wachsen, wenn es ihm klar wird, dass er ausser dem sichtbaren Körper auch eine Seele und sogar einen Geistkörper hat. Die göttliche Liebe ist auf der Stufe des Geistes, so dass der Mensch sich mit seiner Seele auf seinen Geist richten muss um die Liebe des himmlichen Vaters zu fühlen. Jesus spricht hier von der Selbstbeschauung, die in aller Stille durchzuführen ist.
In unserem Leben auf Erden können wir uns schnell verändern – wenn wir das wollen. Das ist durchführbar, weil wir von guten und auch schlechten Einflüssen umgeben sind. Diese Fragen von uns ständige Entschlüsse, die uns Einsicht geben sollen und uns stärken gegen bösartige Angriffe. Als Hilfe empfangen wir im Herzen die Hinweise der Schutzengel und von Jesus selbst. Das macht uns froh und wir glauben auf einmal nicht nur an Gott sondern uns überkommt eine große Liebe zu Ihm.
Die Liebe kann aber keinesfalls eine Einbahnstraße sein. Gott ist die Liebe und gibt sie uns mit vollen Händen, während wir uns so schwer tun, Seine Liebe zu beantworten. Daher kommt Seine Liebe nicht immer in sachter Form auf uns herab, sie kann anfangs auch ein heftiges Feuer sein und muss zunächst das Böße in uns herausbrennen, bevor die Seele in der Lage ist, eine zarte Liebe in sich wachsen zu lassen.
In Teil 2 der Haushaltung Gottes fragt sich König Lamech, wie der Mensch auf eine angemessene Weise Gott lieben soll. Er erhält dann auch von Gott, der in Gestalt eines Engels körperlich anwesend ist, durch ein Beispiel die Antwort: ein Fürst hat einige Kinder, die sich ihm in unterwürfiger Haltung nähern um ihre Demut zum Ausdruck zu bringen, während eines der Kinder auf ihn zuläuft, ihn umarmt, da dieses im Fürsten nur den Vater sieht und so seine Liebe zum Vater zeigt. Das ist auch die Antwort auf Lamechs Frage. Gott will nicht, dass wir uns Ihm als dem allmächtiger Schöpfer nähern, sondern wir dürfen in ihm den Vater sehen. Etwas weiter in diesm Teil 2 wird Lamech mit der Liebe zum Nächsten konfrontiert. Er sieht ein, dass alle Menschen Kinder Gottes sind und dass er – Lamech – jeden seiner Untertanen nicht nur in Liebe sondern auch mit Geduld behandeln muss.
Auch in Teil 1 der Haushaltung wird dies bestätigt. Bete nicht zu Gott, der heilig, heilig ist, sondern bete in Liebe zum Vater, da wir Seine Kinder sind. Liebe ist die Voraussetzung ihn in sich zu empfangen. Dazu kommt, dass wir mit wachsender Liebe besser verstehen, was uns innerlich gesagt wird und unsere geistige Einsicht wächst ebenfalls. Ein Pfarrer hat mir einmal gesagt, dass er im Gottesdienst Gott nicht als Vater anspricht, weil er sich sorgt, dass anwesende Frauen negative Erlebnisse mit ihrem leiblichen Vater gehabt haben könnten. Auf so ein Argument bin ich noch stets sprachlos.
Noch ein Beispiel: als Abedam – das ist der Herr in der körperlichen Gestalt eines Engels – bei Adam, Henoch und den Urvätern ankommt, fühlt nur Henoch durch seine große Liebe, dass ihnen hier der himmliche Vater gegenübersteht. Die anderen erkennen ihn erst, als Er verschiedene Wunder vollbracht hatte. Das wird dann auch vom Herrn kritisiert. Er macht ihnen Vorwürfe, dass ihre Liebe von Wundern abhängig sei. Aber die ist durch die Wunder ein wenig mit Angst verbunden so wie Sklaven von ihrem Herrn abhängig sind, da ihre Liebe nicht freiwillig jedoch durch die Wunder erzwungen aufkam.
Wir erkennen, dass Gott sich uns ununterbrochen nähert, um das geistige Reich in uns aufzubauen. Aber nicht äusserlich, es kann nur im Innern des Menschen Gestalt bekommen. Der Mensch muss dies dann selbst aus innerer Überzeugung auf seine äussere Umgebung zur Anwendung bringen. Würde das die Mehrheit der Menschen ausführen, dann würde auch im äusseren Leben das göttliche Reich sichtbar werden. Das ist der Sinn in den Vorhersagen für das Friedensreich.

6.  Gottes Weisheit und Wille
Innerhalb der göttlichen Eigenschaften sind auch die Weisheit und die Kraft seines Willens wichtig. Jesus weist stets darauf hin, dass Weisheit die Ausstrahlung der Liebe ist. Er drückt es auch so aus, dass die Liebe in Gott, dem Vater, ist. Die Weisheit, die aus der Liebe kommt, ist somit der Sohn und die Tätigkeit aus beiden geschieht durch die Willenskraft, welche der Geist ist, der heilige Geist. Jetzt sind wir auf der Spur, warum die Kirche zu Beginn den Gedanken an einen dreieinigen Gott schuf. Aber Gott hat noch vier weitere sehr wichtige Eigenschaften – die Ordnung, den Ernst, die Geduld und die Barmherzigkeit – und die kommen in der ursprünglichen kirchlichen Vorstellung nicht vor. So darf man wohl sagen, dass die Festlegung „dreieiniger Gott“ ein schiefes Bild ergibt. Liebe, Weisheit und Willen sind Vater, Sohn und heiliger Geist und das ist eine Einheit.
Die Liebe im Verbund mit der Weisheit nahm die Initiative bei der Schöpfung. Anfangs waren es noch Gedanken, die dann durch die Willenskraft nach aussen in Freiheit versetzt wurden. Dadurch gewannen sie ein selbstständiges Leben. Jetzt übernahmen auch die vier anderen Eigenschaften die Versorgung der in Freiheit versetzten Ideeen, die nun Wesen waren. Die göttliche Willenskraft hält die geschaffenen Wesen im Gleichgewicht und am Leben. Eine Schwächung der göttlichen Willenskraft würde dann auch den sofortigen Tod der gesamten Schöpfung hervorrufen. Aber das brauchen wir nicht zu befürchten, da Seine Liebe so groß ist, dass alles Leben, das jemals erschaffen wurde, auf ewig bestehen wird.
Der Wille ist das feste Band, das alle Weltkörper aneinader bindet. So gesehen wirkt er positiv, aber er hat auch einen negativen Aspekt und das ist der Trieb zur Eigenerhaltung des Geschaffenen. Beides wird durch die ewige Ordnung im Gleichgewicht gehalten. Denn alles, was Gott schafft, soll in „optima forma“ erhlten bleiben. So versorgt die Ordnung die Grenzen des Zulassbaren.
Die starke Willenskraft vinden wir auch bei den Zukunftsvisionen der früheren Profeten. Sie übermittelt und warnt die Menschen durch die Profeten, wenn diese zu dicht an die Grenzen der Ordnung stoßen. Bleiben die Menschen daraufhin innerhalb der Ordnung, dann braucht die negative Vorhersage nicht ein zu treffen, da sie überflüssig geworden ist. Selbst die Profeten haben diese Tatsache nicht immer erfasst. In der Bibel lesen wir, dass der eine oder andere sich darüber erboste, wenn „seine“ Vorhersage nicht wahr wurde.
Die Willenskraft ist eine allmächtige Kraft Gottes. Es sollte für uns Menschen klar sein, dass wir o­nmächtig sind, falls wir nur auf unsere eigene Kraft bauen sollten und Gott nicht mit einrechnen. Als Beispiel brauchen wir nur viele wissenschaftlichen Untersuchungen oder auch die Weltraumflüge zu betrachten. Ohne Gott sind die gefundenen Resultate stets äusserst gering. Anders ist es, falls wir einsehen, dass wir von Gott vollständig abhängig sind. Aber bei tieferem Hinsehen werden wir feststellen, dass uns Gott als unser himmlicher Vater durch seiner Liebe die nötige Kraft zukommen lässt und uns den richtigen Weg aufzeigt.
Seinen Willen gibt er uns auf drei Arten bekannt. Jederzeit durch das Leben in der Natur, auch legt er Mitteilungen in unser Herz, aber er sendet auch Boten um uns zu informieren. Unser freier Wille bleibt uns erhalten um zu entscheiden, ob wir tun wollen, was er uns vorschlägt. Erinnern wir uns an die Ordnung, welche die Grenzen festlegt. Gehen wir unter Missachtung von Gottes Wort unsere eigene Wege, dann können wir sehr schnell ausserhalb der Ordnung geraten und dann wird sich sicher etwas ereignen, das häufig schmerzhaft in unser Leben eingreift um uns zurück zur Ordnung zu rufen.
Direkt zu Beginn der Haushaltung sagt der Herr: “Schau, alle meine Geschöpfe sind von meiner Macht abhängig, aber meine Kinder hängen an meiner Liebe! Meine Macht gebietet und es geschieht. Aber meine Liebe wünscht nur und ermahnt sanft die freien Kinder, aber diese verstopfen ihre Ohren. Da sie frei sind, so wie ich frei bin, kann ich ihnen nicht helfen, wenn sie das nicht wollen. Denn meine Macht geht über alles, jedoch ist mein Wille meinen Kindern unterworfen. Bedenke: Ich bin euer Vater, aber ich bin auch euer Gott. Willst du mich als Vater oder willst du mich als Gott?“
Ausser über die Willenskraft soll hier auch über Gottes Weisheit und Allwissenheit etwas gesagt werden. Genauso wie nur ein Gott besteht, so besteht auch nur ein Raum. Dieser ist mit einer Lebenintelligenz aus Gott erfüllt. Das ist auch der Grund, dass Dinge, die sich auf riesigen Abständen abspielen, Gott bekannt sind. Aber auch wir Menschen dürfen an dieser Lebensintelligenz im großen Raum teilnehmen. Ein klares Beispiel sind die sieben Ägypter, die nie darüber informiert wurden, dass in einem anderen Land – in Israel – Jesus lebte und doch wussten sie es. Im Normalzustand ist die Seele des Menschen durch eine dünne Trennwand von dieser Lebensintelligenz abgeschieden. Diese genügt, um nicht zu wissen, was sich direkt ninter meinem Rücken ereignet.
Je bewusster der Mensch mit seinem Geist verbunden ist – das Ziel ist die geistige Wiedergeburt – je mehr wird diese Trennwand verschwinden, mit dem Resultat, dass solch ein Mensch seine Zukunft erkennen wird, da die genannte Lebensintelligenz ungehindert in  ihn strömt. Die gewonnene Kenntnis wird ihn mit Freude erfüllen, auch erkennend, wann er sterben wird. Aber für den noch nicht wiedergeborenen Mensch bleibt die Zukunft unbekannt und das ist gut so.

7.  Geduld und Barmherzigkeit
Aus der göttlichen Liebe strömt nicht nur die Weisheit und die Willenskraft. Das wäre ungenügend um die freien Wesen zu Kindern zu erziehen. Geduld und Barmherzigkeit gehören in besonderem Maße dazu. Stellen wir uns vor, dass wir eine Umfrage starten würden um zu fragen, wie man gegenüber seinen Mitmenschen Barmherzigkeit und Geduld anwendet. Bestimmt würden dann etwa die Hälfte antworten, dass sie zuerst an sich selbst denken müssten. Wo bleibt dann die Geduld und wo bleibt die noch schwieriger anzuwendende Barmherzigkeit?
Im 3. Band der Haushaltung Gottes spricht der Herr über seinen Bund der Liebe zu den Menschen. Auch wenn wir seine Liebe nicht beantworten, wendet er trotz unserem falschen Handeln seine Geduld und Barmherzigkeit zu. Und wenn wir diesen heiligen Bund überhaupt nicht einhalten, dann versackt die Erde in ein Loch, das die Verbindung zu Gott sehr erschwert. Wir müssen begreifen, dass Gott nicht beleidigt oder böse wird, aber dass wir es sind, die Seine Liebe, Geduld und Barmherzigkeit in den Wind schlagen und daher unsere Erziehung unmöglich machen.
Nehmen wir den Weg, den unser himmlicher Vater uns anbietet, dann verändert sich selbst die Erde in einen himmlichen Zustand, wo kein Tod mehr fühlbar ist. Gott hat uns bestätigt, dass er für ewig unser heiliger Vater sein wird und sagt als Beispiel, dass der Lehm, aus dem Adam geformt wurde, seine Liebe bedeutet und die Rippe, aus der Eva entstand Seine Gnade und Barmherzigkeit darstellt. So wie beim Menschen das Leben durch den Körper umschlossen ist, so ist auch die Gnade und die Barmherzigkeit durch die Liebe mit dem Menschen auf ewig verbunden. Jesus erklärt dem Bischof Martin ebenfalls seine Gnade und Barmherzigkeit: „Ich bin nur denjenigen ein Herr, die meinen Worten untreu sind, aber denjenigen, die ihr Herz mit Liebe erfüllt haben, bin ich ein allmächtiger Bruder und gebe ihnen als ein wahrer Vater alles was ich habe!“ Stellt euch doch vor, der Schöpfer alles Existierendem will uns ein Bruder sein! Kann man sich noch eine größere Demut und Barmherzigkeit denken?
Jedoch sagt der Herr zu Robert Blum: „Für mich als dem urkompletten Wesen ist es bestimmt weniger selig um bei unvollkommenen Wesen zu sein und diese mit Geduld und Sanftmut zu führen, als mich mitten unter meinen vollkommenen Söhnen und Brüdern in meinem Reich der reinsten Liebe zu befinden.“ Selbst diese Aussage drückt die unbeschreibliche Barmherzigkeit Gottes zu uns Menschen aus!
Erzengel Gabriel ist der Träger der Barmherzigkeit. Darum war er es, der an Maria die Botschaft von der Geburt Jesu überbrachte. Seine Geburt zur Erlösung von uns Menschen geschah aus Seiner Gnade und Liebe, aber auch gleichzeitig aus Seiner großen Demut.


8. Erlösung durch Gottes Erdenleben
Bevor Jesus auf Erden geboren wurde, waren die Menschen in ihrem Glauben an den einen Gott wiederum auf Abwege geraten. Sie hatten nur noch eine schwache Vorstellung über den Sinn des Lebens auf Erden. Ohne diese Erkenntnis verlässt man die gesitigen Notwendigkeiten und man lebt für seine materiellen und körperlichen Begierden. Jakob Lorber stellte einmal eine Frage über zwei Worte am Kreuz, die mehr Deutlichkeit hierüber geben. „Was bedeutet – Mich dürstet! und – Es ist vollbracht!“ Jesus ging es bestimmt nicht um ein Glas Wasser oder Milch, sondern er bat um Liebe von seinen Menschenkindern. Und was erhielt er? Essig und Galle! Essig steht hier für das sich Verschließen und Verhärten, während Galle das Sinnbild für Hass und Wut ist. Wie konnten wir Menschen nur seine Liebe und Erbarmen so verneinen und sogar töten?
Der zweite Teil: „es ist vollbracht!“ sagt aus, dass Sein Kampf um uns gewonnen wurde, trotz unserer abweisenden Haltung. Jesus hat unseren Tod auf sich genommen durch selbst körperlich zu sterben und dabei ist Er doch unser Schöpfer! Um es nochmals deutlich zu sagen: Er hat uns durch sein Opfer den Weg zum Untergang verändert in ein blühendes Leben. Aber es bleibt für uns noch genügend zu tun, nämlich dass wir Seinen vorgezeichneten Weg auch gehen – sonst würde der von Ihm vorbereitete Weg nichts nützen. In seiner Antwort an Lorber warnt uns der Herr, dass der erste Schrritt, das ist das Lesen Seines Wortes, noch einfach ist, aber es darf nicht beim Lesen bleiben, sondern wir müssen nach dem Wort handeln. Das ist dann auf dem neuen Weg gehen, der zum offenstehenden Himmel führt. Auch dies zeigt seinen Durst nach unserer Liebe.
In den „Himmelsgaben“ wird auch hierüber gesprochen. Dort hören wir, dass durch das vollkommene Leben Jesu auf Erden die Kraft der göttlichen Liebe die Hölle untertänig gemacht hat. Bis zu diesem Zeitpunkt stand die Hölle unter der Macht der göttlichen Heiligkeit. Die Liebe ist das genaue Gegenteil der Hölle und ist daher auch deren größter Feind. Aber gerade durch Seine große Liebe werden alle Menschen aus der Hölle errettet werden.
Die materielle Welt ist nichts anderes als die Aussenform der Hölle. Die Freunde der Hölle setzen alles daran um zu verwüsten. Ihre Waffen sind die Eigenliebe, Sucht nach Pracht und Reichtum, Gier, Herrschsucht und Wollust mit allem daraus entstehendem Elend. Jedoch durch die Erlösung ist die Erde gesegnet. Der Sieg ist schon da. Solange wir auf dem neuen Weg bleiben, das heißt Gott als unseren himmlichen Vater anerkennen und lieb haben, dann kann uns auch die gegenwärtige höllische Einstellung nichts anhaben.
Um das zu bestätigen, sagt Jesus von sich in Band 8 des GEJ: „Ich bin, als nun ein Mensch im Fleisch vor euch, der Sohn und bin niemals von einem anderen als nur von Mir Selbst gezeugt worden und bin eben darum Mein höchst eigener Vater von Ewigkeit. Dieser mein Leib ist sonach die verherrlichte Gestalt des Vaters der Menschen und Engel wegen, damit ich ihnen ein begreiflicher und schaubarer Gott bin und ihr könnt Mich nun schauen, hören und sprechen und doch leben dabei!“ Das ist auch wieder ein Beweis, dass der Schöpfer des Universums alles an tut, dass wir den richtigen Weg nicht zu beschwerlich finden. um unsere Seele zu befreien. Dazu dürfen wir ihn stets befragen.
Über die Erlösung hören wir in Band 11 des GEJ: „Du musst wissen, dass Ich herab- gekommen bin um die Menschen zu erlösen und dass die Erlösung nicht nur geistig sondern auch materiell geschehen soll, da Geist und Materie innig zusammenhängen, denn die Materie ist aus dem Geist entstanden. Der Geist steht wirklich kurz vor seinem Untergang in die Materie, daher muss die Materie aufgebrochen werden um gerettet werden zu können, um geistig zu werden. Und das ist das Erlösen der Form, das nur nach bestimmten Gesetzen vor sich gehen kann. Im Gegensatz dazu müsste die Gottheit ihre Schöpfung vernichten, während sie diese doch behalten will.“

9.  Annahme von Gottes Liebe in Demut
Es wird stets klarer, das der Mensch für seine individuelle Erlösung selbst mithelfen muss. Dazu könnte eine Frage lauten: „Warum bin ich auf der Erde?“ Die Antwort lesen wir in der Haushaltung: „Der Mensch ist hier wegen des Lebens, aber nicht umgekehrt. Er ist erschaffen um das Leben in sich aufzunehmen. Er ist nicht in der Vollkommenheit des Lebens erschaffen, aber wohl geschickt um das Leben Schritt für Schritt in sich aufzunehmen.“ Das ewige Leben ist in Gott und wir erkennen es durch unsere Liebe zu Ihm, der unser heiliger Vater ist. Es wäre nicht klug, würden wir von einem zeitlichen Leben ausgehen, denn Er hat uns lebendige Gefühle von Liebe und Sein gegeben, die stets damit beginnen und enden, dass wir Ihn über alles liebhaben sollen. Wenn wir dem nachkommen, dann verbinden wir uns mit Seinem ewigen Leben. Wollen wir uns aber tatsächlich von Seinem Leben trennen, dann trennen wir uns auch von jeglichem Leben. Trotzdem würde unser Leben nicht aufhören, aber Gott wäre dann nur noch der Richter, aber den liebevollen Vater und mit Ihm das ewige freie und selige Leben hätten wir verloren.
Hier kommen wir zur Erkenntnis, dass wir unsere Liebe mit Demut verbinden müssen, wollen wir echte göttliche Kinder sein.
Ein besonders gutes Beispiel finden wir in der Haushaltung, wo wir auf König Lamech aus Hanoch treffen. Er betrachtete sich als ein allmächtiger König und ließ sich wie ein Gott verehren bis Kisehel, ein Bote aus der Höhe – also von da, wo Adam, Seth und Henoch wohnten – den Auftrag erhielt, diesen Lamech für Gott zu gewinnen. Während dieser Lehrzeit fragt Lamech den Kisehel: „Gott tut wie er es will, sowohl mit den Kräften im Himmel als auch met denen auf der Erde und niemand kann Ihm wehren, denn Er ist der alleinige Herr. Wen er züchtigen will, den züchtigt er. Sieh, das weiss ich nun alles. Aber gerade darum können wie ihn auch gar nicht lieben und nicht loben und tun wir es trotzdem, dann tun wir es wegen unserm eigenen Wohlbefinden. Denn wer ist in der Lage Gott zu erhöhen, während Er schon seit Ewigkeiten der Allerhöchste ist? Und doch möchte ich solches allein nur wegen Gott tun – und nicht wegen meines Wohlbefindens. Dass wir so gar nichts für Ihn tun können, das bedrückt meine Seele und macht mein Herz traurig!“
Was Lamech da erkennt, das werden wir sicher auch einmal fühlen oder bereits gefühlt haben. Jedoch – er ist auf dem richtigen Weg um zu entdecken, dass Liebe und Demut auf den himmlichen Vater gerichtet sein müssen und dass dann der Allmächtige hinter dem Vater verschwindet! Er erhält dann auch von Kisehel folgende Antwort: „Wenn du in dir keine Worte mehr findest um Ihm zu danken und auch kein würdiges Opfer für Ihn, dann bist du ein rechter Danker und Anbeter des heiligen Vaters! Das ist der Anfang der reinen Liebe und diese ist das ewige Leben selbst.“
Etwas später hat dergleiche Kisehel Angst vor Gott, nachdem er ein Erlebnis mit einem Drachen hatte. Henoch lehrt ihn daraufhin: „Wie magst du nun so bang vor Ihm sein, während du nun vom Drachen gehechelt (gestichelt) wurdest? Fürchtest du dich vor Gott, dann kannst du versichert sein, dass dir die Furcht zur Untergrabung deiner Liebe zu Gott bleiben wird und der Vater wird sich dir wegen deiner Schwachheit nicht zu zeigen vermögen. Glaube mir, mein Bruder Kisehel, nicht der Herr straft den Ungerechten, sondern solches tut der Ungerechte selbst, denn seine Tat hat sein Herz erfüllt mit großer geheimer Furcht vor Gott und die Furcht ist nun der Schöpfer seines Gerichtes und die Strafe im eigenen Herzen.“
„wegen deiner Schwachheit nicht zu zeigen (helfen) vermögen“ hörten wir gerade. Das ist die echte, tiefgehende Liebe Gottes zu uns Menschen. Hier wird deutlich, dass wir Gott, so fest es möglich ist, lieben sollen, wollen wir in der Lage sein Seine Liebe vollständig zu empfangen. Wenn nicht, so ist Seine Liebe zu stark und die Folge davon ist, dass der Mensch einem gesteuerten Roboter gleicht oder aber der Mensch verbrennt innerlich durch das zu hohe Feuer der göttlichen Liebe.
Das Wort Demut wird und klarer durch die Aussage Jesu: „Die Demut des Menschen ist die sanfte Geduld des Herzens, während er seine Überlegenheit wohl erkennt, aber sich nicht herrschsüchtig gegenüber seinen Brüdern beträgt, die noch schwächer sind, sondern sie mit Lehre und Tat unterstützt. Ich selbst bin von ganzem Herzen demütig und sanftmütig und meine Gedduld kennt keine Grenzen; ihr habt von Mir noch nie erlebt, dass Ich Mich deshalb selbst verachtet hätte. Wer sich selbst nicht als ein Werk Gottes achtet, kann auch seinen Mitmenschen nicht achten.“
So gesehen ist Demut keine Erniedrigung, die Schwäche zum Ausdruck bringt, sondern sie ist gerade eine große innerliche Stärke. Sie kann stets besser angewendet werden, je größer die Liebe zum himmlichen Vater wächst.
Dies alles gehört zum Auftrag, was der Mensch tun kann und auch soll tun um eine Kind Gottes zu werden. Das ist der Grund des Lebens auf Erden. Dies dürfen wir niemals aus den Augen verlieren.

10. Ein Kind Gottes sein
Unser Verlangen als ein ´Kind in Ausbildung` sollte sein, die Stimme des himmlichen Vaters zu hören, denn nur dann kann Sein Geist uns durchdringen. Wir können beispielsweise in aller Stille nach innen hören um mit Ihm ein Gespräch zu führen. Da werden die in uns aufsteigenden Gedanken von Ihm gekommen sein und das ist dann Seine Antwort an uns. Aber wir können auch Sein Wort lesen, z.B. in der Bibel. Auch dann ist unsere Einstellung zu Ihm ausschlaggebend, ob und wie uns Sein Wort ergreift, passen wir gut auf oder begnügen wir uns mit dem Verstandeslesen. Oder durch die Aussage eines Mitmenschen kann uns Seine Mitteilung begegnen. Das kann durch die Predikt in der Kirche oder in einer ganz normalen Unterhaltung sein.
Die Verbindung mit Gott war in der Urzeit durch uns unterbrochen worden und wir haben seit dieser Zeit immer noch ein verdunkeltes Bewusstsein. Die Bindung zu Gott, unserem himmlichen Vater, muss durch uns selbt wieder bewusst und freiwillig aufgenommen werden, nämlich dass Gott wieder zum Menschen sprechen soll und wir bereit sind zuzuhören. Diese Einsicht ist es, die uns wieder die feste Bindung zum himmlichen Vater bringt.
Das beginnende göttliche Wort wird den Menschen zuerst auf die beiden Liebesgebote weisen und erst danach werden höhere Erkenntnisse gegeben werden, die das Licht im Menschen verstärken. Es gehört aber dazu, dass der Mensch, will er das Wort von Gott aufnehmen, seinen Verstand zum Schweigen bringt. Er muss sich vom Weltlichen lösen und Ihm seine ganze Liebe zuwenden.
Nun möchte ich noch gerne eine Durchgabe an mich selbst erwähnen: „… auch wenn du nicht ständig eine Mitteilung von Mir aufschreibst, so bist du doch im Herzen bei Mir, so wie Ich bei dir bin. Diese Zusammenarbeit ist nötig, denn wie sollte ich anders meinen Kindern das Leben stärken? Auf der Erde erkennen sie nur ihr Scheinleben und sind meist im Irrtum, das jenes das einzige und wahre Leben sei. Aber wie falsch! Es ist euch nur gegeben, um das wirkliche, echte Leben im Geist in euch zu stärken. Das muss durch euch selbst geschehen, denn ihr habt es ja auch selbst abgelegt. Diese eigene Einsicht kann viel leichter durch die Erfahrungen des Scheinlebens erfolgen. Auch wenn es erstrebenswert ist, die geistige Wiedergeburt auf Erden zu erhalten (aber es nicht gelingt), so habe ich für euch genügend Barmherzigkeit um euch auf halbem Weg entgegen zu kommen, d.h. euch nach eurem Erdenleben hier aufzufangen und den offenen Weg zur Wiedergeburt weiterzuführen.
So erkennst du, dass Ich ein rechter Vater bin, der genügend Weisheit hat zu sehen, dass seine Kinder im Erdenleben im Blinden herumtapsen und kaum lichte Momente haben. Da das Erdenleben aber ja nur ein kurzer Moment zu Beginn des neu gewonnenen Lebens darstellt, so fließt meine Gnade in reichem Maße.“
Immerzu fließt seine übergroße Barmherzigkeit zu jedem von uns. Ohne Sein Erbarmen könnten wir keinen Schritt vorwärts kommen. Da wird uns auch verständlich, dass wir trotz Annahme Seines Wortes noch kein Recht auf den Himmel haben. Seine Barmherzigkeit ist es, die uns den Himmel zurückgibt.
Es ist ratsam, die Werke von Jakob Lorber über die geistige Welt, wie Die Geistige Sonne, Bischoff Martin und Robert Blum (Von der Hölle bis zum Himmel) zu lesen. Dort findet man auch die Darstellung der verschiedenen Himmel. Als etwas ganz Besonderes erhalten wir auch einen kleinen Blick in das Zentrrum des höchsten Himmels, der Stadt Jerusalem. Weiter werden wir bekannt gemacht mit den unvorstellbaren Aufgaben, die auf die Kinder Gottes warten.
Dem Robert Blum sagt Jesus etwas über die Gnadensonne: „In den zwei niedrigeren Himmeln, das sind der Weisheitshimmel und der Liebe-Weisheitshimmel, kann Ich von den Bewohnern nur als die Gnadensonne gesehen werden. Nur im höchsten Himmel bin Ich ausserhalb der Sonne sichtbar, auch dann wenn ich in der Sonne verbleibe. Ausserhalb der Sonne bin Ich so wie ihr Mich jetzt seht, während Ich in der Sonne rein geistig in Meinem Willen, Meiner Liebe und Meiner Weisheit bin. Trotzdem ist ein Unterschied zwischen Mir und der Sonne. Ich bin der Urgrund und die Sonne ist die Ausstrahlung Meines Geistes, die ungeschwächt in alle Unendlichkeit weht und Meine ewige Ordnung schafft.“
Es ist zu hoffen, dass es in uns Menschen klar wird, wie sehr uns Gott lieb hat und wieviel Er uns anbietet. Wir dürfen uns durch die weltlichen Narrenstreiche nicht verrückt machen lassen. Lassen wir Ihn täglich in uns zu Wort kommen, um auf unserem Weg Seinen Hinweisen zu folgen und um so mit Dank und Freude in den Himmel hinein zu wachsen.
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“Die Liebe Gottes” – Günther K.Holderer, 2005.

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